Wie bereits schon vor einiger Zeit Versprochen, wollte ich in einem weiteren Beitrag noch einmal auf das Thema RTT zurückkommen. Jetzt nachdem der Begriff “Realtime” also “Echtzeit” hoffentlich einigermaßen allgemeinverständlich erklärt wurde, wäre die erste Hürde genommen, um die Frage zu klären womit die Mitarbeiter von RTT eigentlich ihre Brötchen verdienen. Vieles ließe sich einfach und schnell erzählen aber da ich weis, dass der Kenntnisstand meiner Blog-Leser in Sachen Computer und erst recht was den Bereich Computergrafik betrifft sehr unterschiedlich ist, versuche ich darauf Rücksicht zu nehmen. Damit möglichst keiner nur noch “Bahnhof” versteht, bin ich daher stets versucht alles so zu erklären, dass auch eine Leserschaft ohne Fachkenntnisse alles versteht. Mitunter das größte Problem sind diese dämlichen Anglizismen
…was ist denn das schon wieder?! Es sind genau die Begriffe, die es mir immer wieder erschweren, alles möglichst allgemeinverständlich zu erklären. Eben die Begriffe, die insbesondere von jüngeren Generation mit einer Selbstverständlichkeit aus dem Englischen übernommen werden. Die Branche in der ich arbeite trifft dies besonders hart, da sich englische Wörter einfach etabliert haben. “Computer” an sich ist ja schon ein englisches Wort, welches aber zum Glück mittlerweile nicht mehr erklärt werden muss. Ich muss gestehen, dass es mir anfänglich gar nicht aufgefallen ist, dass das “User Interface” meines “Blog” bis auf die eigentlichen “Posts” in englischer Sprache gehalten ist. Sollte also mal ein Begriff unverstanden beleibt, dann am Besten einfach einen kurzen “Comment” hinterlassen. Zum Schluss natürlich nicht vergessen auf den “Submit-Button” zu klicken… soviel zum Thema Anglizismen
Aber zurück zu RTT… wie gesagt es geht um Computergrafik. RTT unterstützt dabei seine Kunden in vielerlei Hinsichten. Ein großer Bereich in dem RTT Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden ist das Produkt Marketing, also der Vertrieb von Produkten der durch Werbemaßnahmen jeglicher Art gestützt wird. Typisches Beispiel ist die Autoindustrie – wohl jeder kennt die Hochglanzbroschüren, in denen die Hersteller mit teilweise recht spektakulären Bildern versuchen, von den Vorzügen ihrer Modelle zu überzeugen. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei immer seltener um echte Fotos. Auch wenn es teilweise nicht zu erkennen ist aber das Bildmaterial stammt oftmals komplett aus dem Computer. Ebenfalls ein recht RTT-typisches Produkt sind die so genannten Konfiguratoren, wie sie häufig auf Messen und diversen Internetseiten zu finden sind, beispielsweise ein Sportartikel-Hersteller, der eine Produktpalette auf optisch ansprechende Weise den Kunden präsentieren möchte. Dieser soll dann die Möglichkeit haben, am Computer seine Wunsch-Kollektion zusammenstellen. Damit solche Produkte entstehen, bedarf es hochwertiger 3D Modelle die entweder erst erstellt werden müssen oder wenn vorhanden, aus CAD Konstruktionsdaten aufbereitet werden. Um dann noch eine fotorealistische Darstellung zu erreichen, werden möglichst realitätsnahe Simulationsmodelle der Oberflächenbeschaffenheit benötigt. Der Geschäftsbereich, der sich um diese Aufgaben kümmert, hat den klangvollen neudeutschen Namen “Content Production”. Als weiteres großes Geschäftsfeld gibt es dann noch den Bereich “Software”. RTT kann sich mit der hauseigenen Software “DeltaGen” mitunter als Marktführer im Bereich hochrealistischer Echzeit-Computer-Visualisierung behaupten. Neben dem bereits erwähnten Bereich Marketing, findet dieses Produkt auch Anwendung im “virtual Prototyping”. Viele Hersteller versuchen bei der Entwicklung neuer Produkte den Bau teurer Prototypen durch geeignete Computersimulationen zu ersetzen. Der Einsatz von DeltaGen ist dabei sehr auf das Testen hinsichtlich des Aussehen und der Wirkung der vorgesehenen Materialen bedacht.
Die Softwareentwicklung wird unterstützt durch eine eigene Forschungsabteilung, in der ich derzeit mein Praxissemester absolvieren darf. Unsere Aufgabe ist es das Firmen Know-How durch eigene und öffentliche Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Computergrafik zu erweitern. Die Integration neuer Methoden und Verfahren in die bestehenden Softwareprodukte wird somit erprobt und vorbereitet.
Zum Schluss noch ein kleiner interessanter Exkurs für die Nicht-Computergrafiker. Was braucht man damit gerenderte Milch auch aussieht wie Milch?
Die Antwort lautet “Subsurface Scattering” also ein Materialmodell, dass neben der reinen Reflexion des Lichts auch dessen Ausbreitung innerhalb des Materials beschreibt. Übrigens hat nahezu jedes nichtmetallische Material diese Eigenschaft, dass Licht bis zu einer gewissen Tiefe eindringt und sich darin gestreut wird. Extrem wichtig ist die Beachtung dieses Phänomen beispielsweise auch bei der Stimulierung von Haut aber eben auch Milch



