München

Advent, Advent…

ein Lichtlein brennt – nicht ganz, aus Ermangelung von Weihnachts-Deko, haben wir hier in meiner Münchner WG auf das Anzünden von Kerzen verzichtet. Stattdessen haben wir die Adventszeit mit dem Backen von Plätzchen und Glühwein eingeläutet. Meine Backwütige Freundin hatte darauf bestanden ;) aber ich durfte mich dann auch über sehr leckere Plätzchen freuen. Bei Bine muss man sich auch keine Sorgen machen, dass man staubtrockene Butterplätzchen aufgetischt bekommt. Lediglich einen kleinen “Backunfall” musste Bine am Rührgerät verschmerzen. Das Gerät sollte ausgeschaltet sein, wenn man den Stecker einsteckt! Blutige Plätzchen musste zum Glück auch keiner essen und die Finger sind auch noch alle dran. :)

Neben Backen, Glühwein und einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in der Münchner Innenstadt haben wir noch im Deutschen Museum vorbei geschaut. Nach vier Stunden hatten wir etwa die hälfte geschafft. Da man aber als Student nur 3,-  statt 8,50 € an Eintritt bezahl, werden wir wohl noch einen Zweiten Anlauf  unternehmen um die Museumsbesichtigung zu komplettieren.

Am zweiten Adventswochenende durfte ich mich gleich wieder über Besuch freuen, dieses mal von meinen Eltern, die zum ersten mal seit dem ich nun in München wohne vorbei geschaut haben. Die vorweihnachtliche Stimmung wurde natürlich auch dieses Wochenende wieder mit Weihnachtsmarkt und Glühwein aufrecht erhalten. Während unserer Shopping-Tour durch die völlig überfüllte Innenstadt, duften wir bereits die ersten Weihnachtsgeschenke entgegen nehmen. Jolanda, eine gute Bekannte aus der Schweiz war mit Freundinnen über das Wochenende nach München gekommen um sich die Stadt und insbesondere den Weihnachtsmarkt anzusehen. Man sollte dazu sagen, dass in der Schweiz Weihnachtsmärkte nicht so verbreitet sind wie hier in Deutschland.  Im Gepäck hatte sie jeweils ein Geschenk für Bine und mich und jede Menge Schweizer Spezialitäten… Schweizer Schokki und 3,5 kg Käsefondue :D Vielen vielen Dank noch mal an dieser Stelle! Das Fondue gibt es dann an Silvester, im Skiurlaub in Ischgl.

Weihnachtsmärkte, Traditionelle bayrische Küche und lange Spaziergänge quer durch München bestimmten hauptsächlich den Rest des Wochenendes ;) Es hat mich riesig gefreut, dass ihr da wart und hoffe ihr hattet trotz der spartanischen Schlafplätze genau so ein schönes Wochenende wie ich.

Die Plätzchensaison ist eröffnet

Die Plätzchensaison ist eröffnet!

Hoch konzentriert ;)

Hoch konzentriert ;)

Die tolle Obstmischung in der nur ein einziger Apfelring war :(

Die tolle Obstmischung in der nur ein einziger Apfelring war :(

Der zweckentfremdete Edelstoff... unsere WG besitzt immer noch keine Nudelholz.

Zweckentfremdete Edelstoff... unsere WG besitzt immer noch keine Nudelholz :D

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Die Rechenmaschine Zuse Z4 im Deutschen Museum. Ich würde vermuten, was die Leistungsfähigkeit betrifft, könnte es heute jeder Taschenrechner mit der aus 2200 Relais bestehenden Konstruktion aufnehmen.

Kein Sofa

Nein, das ist kein Designersofa sondern ein Supercomputer aus dem Jahre 1976. Die 200.000 Schaltkreise arbeiteten schon damals mit seinerzeit unglaublichen 80 MHz. Bis zu 133 MegaFLOPs (Millionen Gleitkomma Rechenoperationen pro Sekunde) wurden damit erreicht. Zum Vergleich, heutige Grafikkarten sind mittlerweile in die TeraFLOP Region vorgedrungen also über eine Billionen Operationen pro Sekunde.

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Ein Modell des molekularen Aufbaus von Silizium... wenn ich mich richtig erinnere. Es sah aber einfach nur nett zum fotografieren aus ;)

Kleinwagen

Smart und Co. sind eigentlich kein Novum. Die "Heinkel Kabine" aus den 50ern :D und neben dran "Bine" der Kleinwagen-Fan aus den 80ern ;)

Auf dem Mond

Wir waren auch da... soviel zum Thema Verschwörungstheorien zur Mondlandung ;)

Halloween der besonderen Art…

Besser hätte das Datum eigentlich kaum fallen können, dabei war es nicht einmal so beabsichtigt. Im Gegenteil, eigentlich wollten wir die Dreharbeiten bereits schon vor zwei Wochen “im Kasten” haben. Die Rede ist vom Videomaterial für die nächste Ballettaufführung. Nicole ihres Zeichens Ballettlehrerin, Choreographin, Regisseurin, Inspizientin und vieles mehr hat sich für die nächste Aufführung im Dezember 2010 wieder einiges vorgenommen. Zuviel möchte und darf ich wohlmöglich auch gar nicht im Vorfeld verraten aber das Stück wird eine Art Traumreise durch verschiedene Ballettklassiker. Dabei soll einmal mehr Videoprojektion zum Einsatz kommen. Mit dabei ist eine berühmte Szene aus dem berühmten Stück “Giselle”. Für alle die mit diesem Titel nichts anfangen können, hier erstmal kurz die Handlung:

Giselle ist ein einfaches Bauernmädchen. Der Förster Hilarion ist bis hinter beide Ohren in sie verschossen. Wie bei fast allen klassischen Handlungsballetten darf selbstverständlich der Prinz nicht fehlen ;) deshalb gibt es da noch Albrecht, der eigentlich schon verlobt ist. Auch er ist von Giselles Schönheit so bezaubert, dass er sich als Bauer verkleidet um ihr den Hof zu machen. Das passt natürlich nicht dem besagtem Hilarion und er lässt das Spiel auffliegen. Gebrochen Herzens vergeht Giselle vor Gram… Ja das muss so tragisch sein ;) es soll sogar härtere Inszenierungen geben, in denen sie sich in Albrechts Schwert stürzt. Jedenfalls wird ihr Geist zu einer der so genanten Wilis. Das sind die Geister junger Frauen, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind. Da ihnen der Hochzeitstanz verwehrt blieb sind diese Wilis von einer ungebändigten Tanzlust getrieben. So verlassen sie des Nachts die Gräber um zu tanzen. Stößt dabei ein Lebender hinzu, dann kann dieser praktisch gleich den Löffel abgeben, denn einmal in den Fängen der Wilis muss er so lange mit ihnen tanzen bis er tot umfällt. Ich weis, klingt alles sehr abgefahren aber der Stoff basiert eben auf einer alten Sage. Hilarion hält Totenwache an Giselles Grab und wird dadurch zum ersten Opfer der Wilis. Kurz darauf besucht Albrecht gebeugt von Schuld und Reue das Grab. Auch er wird von den Wilis erfasst, allerdings wird er durch Giselles Liebe geschützt, bis am Morgengrauen die Wilis ihre Macht verlieren. Je nach Tragik-Gehalt gibt es verschiedene Versionen in denen er entweder Überlebt oder danach am Grab zusammenbricht.

Hoffentlich nicht nur wegen des vorherrschenden “Herrenmangels” wurde mir die Ehre zuteil, die Rolle des Albrechts zu tanzen.
Gefilmt wurde die Szene, in der Albrecht an das Grab von Giselle kommt und sie ihm dort als Geist erscheint. Drehort war der alte Münchner Nordfriedhof. Keine Sorge wir hatten eine offizielle Erlaubnis, Petro unserer Kameramann hatte sich extra zuvor eine Drehgenehmigung bei der Münchner Friedhofsverwaltung eingeholt.

Hoffentlich nicht nur wegen des “Herrenmangels” wurde mir die Ehre zuteil, die Rolle des Albrechts zu tanzen. Gefilmt wurde die Szene, in der Albrecht an das Grab von Giselle kommt und sie ihm dort als Geist erscheint. Drehort war der alte Münchner Nordfriedhof. Keine Sorge wir hatten eine offizielle Erlaubnis. Petro unserer Kameramann hatte sich extra zuvor eine Drehgenehmigung bei der Münchner Friedhofsverwaltung eingeholt.

Bine und ich konnten uns schon im Voraus auf etwas Friedhofsatmosphäre einstellen, da wir zuvor noch etwas für die Requisite besorgen mussten. Lilien bekommt man eben ziemlich Sicher in Blumenläden an Friedhöfen. Der Ostfriedhof ist nur wenige Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt und so machten wir gegebenen Anlass noch einen Spaziergang. Kurz darauf traf auch schon unser Filmteam ein, bestehend aus Nicole, Petro und Josephine die unsere Giselle tanz, begleitet von ihrer Mutter Janet. Nach einem kurzen Imbiss machten wir uns auch schon ans Umziehen und Vorbereiten, denn viel Zeit verbleibt derzeit nicht mehr, bis es schon wieder Dunkel wird. Zudem war unsere Drehgenehmigung auf 17:00 bis 18:00 Uhr beschränkt.

Mit Petros Minibus fuhren wir zum alten nördlichen Friedhof. Dort angekommen mussten wir erst noch ein geeignetes Grab für unser Set ausfindig machen. Zu weit vom Parkplatz sollte es nicht entfernt sein, denn es gab einiges zu tragen. Wie es sich für einen wahren Profi gehört, hatte Petro Scheinwerfer samt Stromaggregat im Gepäck. Witziger Weise waren wir nicht die einzigen die am Aufnahmen machen waren. Allen Anschein nach machte ein Fotografie-Kurs schaurige Halloween Bilder und dann kamen wir und machten Ballettaufnahmen :D Alles in allem eine unvergessliche Aktion, die riesig Spass gemacht hat auch wenn es gegen Ende doch ziemlich kalt war. Zurück in der Wohnung gönnten Bine und ich uns als erstes ein heißes Bad, um einer mögliche Erkältung entgegenzuwirken.

Die Chefin Nicole am aufbauen

Die Chefin Nicole am aufbauen

Erstmal Trockenübung

Erstmal Trockenübung

Josephine und ich konnten leider noch nicht zuvor miteinander üben. So musste dies also vor Ort passieren.

Josephine und ich konnten leider noch nicht zuvor miteinander üben. So musste dies also vor Ort passieren.

Unsere Giselle aka. Josephine

Unsere Giselle aka. Josephine

Auch Wilis essen Kekse ;)

Auch Wilis essen Kekse ;)

Und... Action!

Und... Action!

Nein es war nicht kalt ;)

Nein es war nicht kalt ;)

Immerhin waren wir glaube ich ganz gut ausgerüstet.

Immerhin waren wir glaube ich ganz gut ausgerüstet.

im Kostüm sieht es dann so aus

Mit Kostüm sieht es dann so aus

Kameramann Petro. Diese "Making of"-Fotos hat übrigens Bine nebenher gemacht :D

Kameramann Petro. Diese "Making of"-Fotos hat übrigens Bine nebenher gemacht :D

Alle Bilder gibt’s in der Galerie

Lieber zu spät als niemals

Wie bereits schon vor einiger Zeit Versprochen, wollte ich in einem weiteren Beitrag noch einmal auf das Thema RTT zurückkommen. Jetzt nachdem der Begriff “Realtime” also “Echtzeit” hoffentlich einigermaßen allgemeinverständlich erklärt wurde, wäre die erste Hürde genommen, um die Frage zu klären womit die Mitarbeiter von RTT eigentlich ihre Brötchen verdienen. Vieles ließe sich einfach und schnell erzählen aber da ich weis, dass der  Kenntnisstand meiner Blog-Leser in Sachen Computer und erst recht was den Bereich Computergrafik betrifft sehr unterschiedlich ist, versuche ich darauf Rücksicht zu nehmen. Damit möglichst keiner nur noch “Bahnhof” versteht, bin ich daher stets versucht alles so zu erklären, dass auch eine Leserschaft ohne Fachkenntnisse alles versteht. Mitunter das größte Problem sind diese dämlichen Anglizismen :) …was ist denn das schon wieder?! Es sind genau die Begriffe, die es mir immer wieder erschweren, alles möglichst allgemeinverständlich zu erklären. Eben die Begriffe, die insbesondere von jüngeren Generation mit einer Selbstverständlichkeit aus dem Englischen übernommen werden. Die Branche in der ich arbeite trifft dies besonders hart, da sich englische Wörter einfach etabliert haben. “Computer” an sich ist ja schon ein englisches Wort, welches aber zum Glück mittlerweile nicht mehr erklärt werden muss. Ich muss gestehen, dass es mir anfänglich gar nicht aufgefallen ist, dass das “User Interface” meines “Blog” bis auf die eigentlichen “Posts” in englischer Sprache gehalten ist. Sollte also mal ein Begriff unverstanden beleibt, dann am Besten einfach einen kurzen “Comment” hinterlassen. Zum Schluss natürlich nicht vergessen auf den “Submit-Button” zu klicken… soviel zum Thema Anglizismen ;)

Aber zurück zu RTT… wie gesagt es geht um Computergrafik. RTT unterstützt dabei seine Kunden in vielerlei Hinsichten. Ein großer Bereich in dem RTT Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden ist das Produkt Marketing, also der Vertrieb von Produkten der durch Werbemaßnahmen jeglicher Art gestützt wird. Typisches Beispiel ist die Autoindustrie – wohl jeder kennt die Hochglanzbroschüren, in denen die Hersteller mit teilweise recht spektakulären Bildern versuchen, von den Vorzügen ihrer Modelle zu überzeugen. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei immer seltener um echte Fotos. Auch wenn es teilweise nicht zu erkennen ist aber das Bildmaterial stammt oftmals komplett aus dem Computer. Ebenfalls ein recht RTT-typisches Produkt sind die so genannten Konfiguratoren, wie sie häufig auf Messen und diversen Internetseiten zu finden sind, beispielsweise ein Sportartikel-Hersteller, der eine Produktpalette auf optisch ansprechende Weise den Kunden präsentieren möchte. Dieser soll dann die Möglichkeit haben, am Computer seine Wunsch-Kollektion zusammenstellen. Damit solche Produkte entstehen, bedarf es hochwertiger 3D Modelle die entweder erst erstellt werden müssen oder wenn vorhanden, aus CAD Konstruktionsdaten aufbereitet werden. Um dann noch eine fotorealistische Darstellung zu erreichen, werden möglichst realitätsnahe Simulationsmodelle der Oberflächenbeschaffenheit benötigt. Der Geschäftsbereich, der sich um diese Aufgaben kümmert, hat den klangvollen neudeutschen Namen “Content Production”. Als weiteres großes Geschäftsfeld gibt es dann noch den Bereich “Software”. RTT kann sich mit der hauseigenen Software “DeltaGen” mitunter als Marktführer im Bereich hochrealistischer Echzeit-Computer-Visualisierung behaupten. Neben dem bereits erwähnten Bereich Marketing, findet dieses Produkt auch Anwendung im “virtual Prototyping”. Viele Hersteller versuchen bei der Entwicklung neuer Produkte den Bau teurer Prototypen durch geeignete Computersimulationen zu ersetzen. Der Einsatz von DeltaGen ist dabei sehr auf das Testen hinsichtlich des Aussehen und der Wirkung der vorgesehenen Materialen bedacht.
Die Softwareentwicklung wird unterstützt durch eine eigene Forschungsabteilung, in der ich derzeit mein Praxissemester absolvieren darf. Unsere Aufgabe ist es das Firmen Know-How durch eigene und öffentliche Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Computergrafik zu erweitern. Die Integration neuer Methoden und Verfahren in die bestehenden Softwareprodukte wird somit erprobt und vorbereitet.

Zum Schluss noch ein kleiner interessanter Exkurs für die Nicht-Computergrafiker. Was braucht man damit gerenderte Milch auch aussieht wie Milch? ;) Die Antwort lautet “Subsurface Scattering” also ein Materialmodell, dass neben der reinen Reflexion des Lichts auch dessen Ausbreitung innerhalb des Materials beschreibt. Übrigens hat nahezu jedes nichtmetallische Material diese Eigenschaft, dass Licht bis zu einer gewissen Tiefe eindringt und sich darin gestreut wird. Extrem wichtig ist die Beachtung dieses Phänomen beispielsweise auch bei der Stimulierung von Haut aber eben auch Milch :D

Dieses Bild zeigt sehr gut, was passiert wenn man sich um die Lichtausbreitung innerhalb eines simulierten Materials keine Gedanken macht (Bild: Henrik Wann Jensen)

Dieses Bild zeigt sehr gut, was passiert wenn man sich um die Lichtausbreitung innerhalb eines simulierten Materials keine Gedanken macht (Bild: Henrik Wann Jensen)