October 2009

Lieber zu spät als niemals

Wie bereits schon vor einiger Zeit Versprochen, wollte ich in einem weiteren Beitrag noch einmal auf das Thema RTT zurückkommen. Jetzt nachdem der Begriff “Realtime” also “Echtzeit” hoffentlich einigermaßen allgemeinverständlich erklärt wurde, wäre die erste Hürde genommen, um die Frage zu klären womit die Mitarbeiter von RTT eigentlich ihre Brötchen verdienen. Vieles ließe sich einfach und schnell erzählen aber da ich weis, dass der  Kenntnisstand meiner Blog-Leser in Sachen Computer und erst recht was den Bereich Computergrafik betrifft sehr unterschiedlich ist, versuche ich darauf Rücksicht zu nehmen. Damit möglichst keiner nur noch “Bahnhof” versteht, bin ich daher stets versucht alles so zu erklären, dass auch eine Leserschaft ohne Fachkenntnisse alles versteht. Mitunter das größte Problem sind diese dämlichen Anglizismen :) …was ist denn das schon wieder?! Es sind genau die Begriffe, die es mir immer wieder erschweren, alles möglichst allgemeinverständlich zu erklären. Eben die Begriffe, die insbesondere von jüngeren Generation mit einer Selbstverständlichkeit aus dem Englischen übernommen werden. Die Branche in der ich arbeite trifft dies besonders hart, da sich englische Wörter einfach etabliert haben. “Computer” an sich ist ja schon ein englisches Wort, welches aber zum Glück mittlerweile nicht mehr erklärt werden muss. Ich muss gestehen, dass es mir anfänglich gar nicht aufgefallen ist, dass das “User Interface” meines “Blog” bis auf die eigentlichen “Posts” in englischer Sprache gehalten ist. Sollte also mal ein Begriff unverstanden beleibt, dann am Besten einfach einen kurzen “Comment” hinterlassen. Zum Schluss natürlich nicht vergessen auf den “Submit-Button” zu klicken… soviel zum Thema Anglizismen ;)

Aber zurück zu RTT… wie gesagt es geht um Computergrafik. RTT unterstützt dabei seine Kunden in vielerlei Hinsichten. Ein großer Bereich in dem RTT Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden ist das Produkt Marketing, also der Vertrieb von Produkten der durch Werbemaßnahmen jeglicher Art gestützt wird. Typisches Beispiel ist die Autoindustrie – wohl jeder kennt die Hochglanzbroschüren, in denen die Hersteller mit teilweise recht spektakulären Bildern versuchen, von den Vorzügen ihrer Modelle zu überzeugen. Erstaunlicherweise handelt es sich dabei immer seltener um echte Fotos. Auch wenn es teilweise nicht zu erkennen ist aber das Bildmaterial stammt oftmals komplett aus dem Computer. Ebenfalls ein recht RTT-typisches Produkt sind die so genannten Konfiguratoren, wie sie häufig auf Messen und diversen Internetseiten zu finden sind, beispielsweise ein Sportartikel-Hersteller, der eine Produktpalette auf optisch ansprechende Weise den Kunden präsentieren möchte. Dieser soll dann die Möglichkeit haben, am Computer seine Wunsch-Kollektion zusammenstellen. Damit solche Produkte entstehen, bedarf es hochwertiger 3D Modelle die entweder erst erstellt werden müssen oder wenn vorhanden, aus CAD Konstruktionsdaten aufbereitet werden. Um dann noch eine fotorealistische Darstellung zu erreichen, werden möglichst realitätsnahe Simulationsmodelle der Oberflächenbeschaffenheit benötigt. Der Geschäftsbereich, der sich um diese Aufgaben kümmert, hat den klangvollen neudeutschen Namen “Content Production”. Als weiteres großes Geschäftsfeld gibt es dann noch den Bereich “Software”. RTT kann sich mit der hauseigenen Software “DeltaGen” mitunter als Marktführer im Bereich hochrealistischer Echzeit-Computer-Visualisierung behaupten. Neben dem bereits erwähnten Bereich Marketing, findet dieses Produkt auch Anwendung im “virtual Prototyping”. Viele Hersteller versuchen bei der Entwicklung neuer Produkte den Bau teurer Prototypen durch geeignete Computersimulationen zu ersetzen. Der Einsatz von DeltaGen ist dabei sehr auf das Testen hinsichtlich des Aussehen und der Wirkung der vorgesehenen Materialen bedacht.
Die Softwareentwicklung wird unterstützt durch eine eigene Forschungsabteilung, in der ich derzeit mein Praxissemester absolvieren darf. Unsere Aufgabe ist es das Firmen Know-How durch eigene und öffentliche Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Computergrafik zu erweitern. Die Integration neuer Methoden und Verfahren in die bestehenden Softwareprodukte wird somit erprobt und vorbereitet.

Zum Schluss noch ein kleiner interessanter Exkurs für die Nicht-Computergrafiker. Was braucht man damit gerenderte Milch auch aussieht wie Milch? ;) Die Antwort lautet “Subsurface Scattering” also ein Materialmodell, dass neben der reinen Reflexion des Lichts auch dessen Ausbreitung innerhalb des Materials beschreibt. Übrigens hat nahezu jedes nichtmetallische Material diese Eigenschaft, dass Licht bis zu einer gewissen Tiefe eindringt und sich darin gestreut wird. Extrem wichtig ist die Beachtung dieses Phänomen beispielsweise auch bei der Stimulierung von Haut aber eben auch Milch :D

Dieses Bild zeigt sehr gut, was passiert wenn man sich um die Lichtausbreitung innerhalb eines simulierten Materials keine Gedanken macht (Bild: Henrik Wann Jensen)

Dieses Bild zeigt sehr gut, was passiert wenn man sich um die Lichtausbreitung innerhalb eines simulierten Materials keine Gedanken macht (Bild: Henrik Wann Jensen)

Mission “Bierzelt”

Wenn in München ein Ereignis in den letzen Wochen unübersehbar war, dann war es definitiv das Oktoberfest. Es ist zwar ein ungeschriebenes Gesetz aber so wie jeder Muslim einmal nach Mekka gepilgert sein soll, so muss auch jeder Münchner einmal auf der Theresienwiese gewesen sein, sofern er nicht seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen möchte. Als waschechter Übergangs-Münchner bin natürlich auch ich dieser “Pflicht” nachgekommen und das nicht nur einmal ;)

Am vergangenen Donnerstag begann sich abzuzeichnen, dass auf die Kommilitonen, die anfänglich so laut geschrien hatten “David, du in München?! Wiesn sind wir bei dir!” doch kein Verlass war. Die Befürchtungen meines Mitbewohners und die meiner Schwester hatten sich bewahrheitet, “Warts mal ab, am Ende kommt doch keiner…” und so kam es dann auch. Das brachte mich allerdings auf eine Idee zur Gestaltung des vorwochenendlichen Abendprogramms. Wenn man schonmal die Wiesn praktisch vor der Haustüre hat, dann muss man auch mal da richtig da gewesen sein… also gscheid’ wie man hier sagen würde ;) Mein selbst auferlegter Auftrag lautete daher, einmal in jedem Bierzelt gewesen zu sein. Auf dem Oktoberfest gibt es 12 große Festzelte, geschafft habe ich allerdings nur 8, nicht weil ich irgendwann zu voll war, sondern weil man in manche Zelte nicht ohne Gästekarte hinein kam. Aber für einen Abend doch eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Hippodrom

Hippodrom

Armbrustschützen

Armbrustschützen

Hofbräu-Festhalle

Hofbräu-Festhalle

Hacker-Festzelt... wegen Überfüllung geschlossen und das auch noch unter der Woche :(

Hacker-Festzelt... wegen Überfüllung geschlossen und das auch noch unter der Woche :(

Schottenhammel

Schottenhammel

Winzerer-Fähndl ..."Mr. Ganz-wichtig-Security" war der Meinung ich bräuchte eine Genehmigung zum Fotos machen, daher nur eine Aufnahme von Außen. Aber ich war drin und auch am Wochenende als Lena da war... und da hatte ich ja auch Fotos gemacht :/

Winzerer-Fähndl ..."Mr. Ganz-wichtig-Security" war der Meinung ich bräuchte eine Genehmigung zum Fotos machen, daher nur eine Außenaufnahme. Aber drin war ich und das bereits schon am Wochenende als Lena zu besuch war. Da hatte es niemand gestört, dass ich Fotos gemacht habe :(

Schützen Festzelt... Zutritt nur für geladene Gäste

Schützen Festzelt... Zutritt nur für geladene Gäste

Käfer's Wiesn Schänke... wird schon offiziell als Prommi-Treff beworben, ich habe es nicht einmal versuch rein zu kommen. Hat glaube ich auch mehr Club- als Bierzeltatmosphäre.

Käfer's Wiesn Schänke... wird schon offiziell als Prommi-Treff beworben, ich habe es nicht einmal versuch rein zu kommen. Hat glaube ich auch mehr Club- als Bierzeltatmosphäre.

Weinzelt ...würde mich mal interessieren ob da trotzdem mehr Bier als Wein ausgeschenkt wird ;) Der Haupteingang ist "logischerweise" auf der Hinterseite des Zelts. Ich hatte allerdings keine Lust mich in de Warteschlange einzureihen um am Ende wohl möglich doch nicht auf der Gästeliste zu stehen ;)

Weinzelt ...würde mich mal interessieren ob da trotzdem mehr Bier als Wein ausgeschenkt wird ;) Ich hatte allerdings keine Lust mich in de Warteschlange einzureihen um am Ende wohl möglich doch nicht auf der Gästeliste zu stehen ;)

Löwenbräu-Festhalle

Löwenbräu-Festhalle

Bräurosl

Bräurosl

Augustiner-Festzelt ...das Bild ist allerdings noch vom letzten Sonntag. Ich habe es an diesem Abend dezent übersprungen, ich war ja schon da :)

Augustiner-Festzelt ...das Bild ist allerdings noch vom letzten Sonntag. Ich habe das Zelt an diesem Abend dezent übersprungen, ich war ja schon da :)

Spatenbräu-Festzelt

Spatenbräu-Festzelt

Und zu guter Letzt... Fischer-Vroni

Und zu guter Letzt... Fischer-Vroni

Geschichten die das Leben schreibt…

Ich weis, meine Beiträge beziehen sich mittlerweile fast ausschließlich nur noch auf Wochenenden – aber unter der Woche geht die Motivation einfach gegen Null, sich nach der Arbeit gleich wieder an den Computer zu setzten um einen netten Text zu formulieren. Aber auch das Thema hatten wir bereits schon ;) …von daher zurück zum vergangen Wochenende.
Für Bine sollte es eine Art Kurzurlaub werden, schließlich hatte sie am Donnerstag den ersten Prüfungsteil ihres Fernstudium hinter sich gebracht. Den Freitag und Montag hatte sie frei genommen und so stand ein verlängertes Wochenende bevor. Ich musste zwar brav meiner Arbeit nachgehen aber nichts desto Trotz war es sehr angenehm sich mal wieder etwas länger zu sehen. Wochenenden können einfach so kurz sein :)
Ein Höhepunkt des Freitags darf ich euch allerdings keinen Falls vorenthalten, dazu muss ich allerdings etwas ausholen… Wir alle haben sie lieb gewonnen besonders wegen ihrer Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und auch wegen ihres hoch qualifizierten und kompetenten Personals, die Rede ist natürlich von der deutsche Bahn, wer sonst?! ;) Um an eine Fahrkarte zu halbwegs moderaten Preisen zu gelangen, empfiehlt es sich dieses Wochen im Voraus zu buchen. Nebenbei bemerkt, ich bin noch nie, egal wie viele Wochen oder gar Monate im Voraus ich es versucht habe, in den Genuss eines 29,- Euro Sparangebots gekommen! Als aufgrund fehlender Alternativen zwangsverpflichteter Bahnfahrer, habe ich daher einmal mehr ein Ticket online geordert. Dieses Ticket wird per Kreditkarte bezahlt und kann dann selbst ausgedruckt werden. Zur Gültigkeit eines online Tickets, muss dieses noch auf einen bestimmten Namen ausgestellt sein. Zusätzlich muss ein Identifizierungsmerkmal angegeben werden, was wahlweise eine EC- oder Kreditkarte sein kann. Ich trage nur ungern meine Kreditkarte mit mir herum und habe darum meine EC-Karte angegeben. Insgesamt ein System mit dem ich bisher eigentlich keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte. Allerdings kam der Tag an dem sich Bine, aus Ermangelung einer eigenen Kreditkarte ein Ticket über mein Nutzerkonto gekauft hatte. Um sich selbst bei einer Fahrkartenkontrolle mit einem gültigen online Ticket ausweisen zu können, musste sie natürlich das Identifizierungsmerkmal auf ihre EC-Karte ändern. Das Problem ist, dass diese Daten gespeichert werden und ich somit bei meinem nächste online Fahrkartenkauf eine Ticket erwarb, dass auf Bines EC-Karte ausgestellt war. Aufgefallen ist mir das natürlich erst bei der Fahrkartenkontrolle auf der Rückfahrt von Eislingen nach Ulm. Meine Erklärungsversuche, dass es sich bei der angegebenen EC-Karte um die meiner Freundin handelt, interessierten die Schaffnerin wenig. Ich erhielt darauf eine im Beamten-deutsch genannte “Fahrpreisnacherhebung”, also das was man bekommt, wenn man schwarz fährt. Ich könne innerhalb von zwei Wochen die Fahrkarte mit der EC-Karte meiner Freundin bei einem DB-Reisezentrum vorlegen, dann würde die Nacherhebung storniert, so die Schaffnerin. Ich versuchte ihr zu verstehen zu geben, dass dies nicht so einfach sei, da ich die nächste Zeit in München sein werde und meine Freundin eben in Eislingen. “Sie können sich ja die EC-Karte per Post von ihrer Freundin zuschicken lassen!”, empfahl mir die Schaffnerin. Klar, wer tut das EC-Karten in der Weltgeschichte verschicken… soviel zur Kompetenz der Bahn-Mitarbeiter. Ich frage sie ob es denn nicht einfacher wäre, wenn ich einfach mein Ticket meiner Freundin zusende und sie bei einem Bahnschalter vorbei geht. Achselzuckend entschied sie sich für ein nein, das geht nicht, ich müsste persönlich erscheinen. Diskutieren hilf in solchen Situation kaum weiter dachte ich mir und nahm mein “Strafticket” entgegen. Bei der Weiterfahrt von Ulm nach München wurde ich erneut kontrolliert. Dieses Mal hatten meine Erklärungsversuche glücklicherweise mehr Erfolg. Die Schaffnerin warf einen verwunderten Blick auf den Zettelkram, den ich zuvor erhalten hatte und gab ihn mir mit einem Kopfschütteln zurück. “Ist schon in Ordnung”, sagte sie und wandte sich ab. So sind eben die Unterschiede, dachte ich mir. Zwei Wochen sollten genau ausreichen bis Bine wieder nach München kam um gemeinsam zu einem Reisezentrum zu gehen und ihre EC-Karte vorzulegen.
Diesen Freitag war es dann soweit, die erste “Amtshandlungen” war der Gang zu einem Bahnschalter. Da wir auf dem Weg zur S-Bahn waren, entschieden wir uns für einen der Schalter im Untergeschoss. Wenn der eigenen Blutdruck sich durch die aussage einer anderen Person schlagartig ändert, dann gehörten die Sätze dieses “Service”-Mitarbeiters allemal dazu – “Das tut mir leid aber ich kann ihnen da leider nicht weiterhelfen. Das müssen sie alles nach Baden Baden an die Fahrpreisnacherhebungszentrale schicken”. Wieder einmal biss ich mit bloßen Erklärungen auf Granit. Auch Bines ungewohnt scharfes Einreden hatten keinen Zweck, dabei steht auf diesem Nacherhebungs-Wisch tatsächlich, dass man den Nachweiss eine gültige Fahrkarte zum Zeitpunkt einer Fahrkartenkontrolle besessen zu haben bei jedem DB-Reisezentrum erbringen kann. Wir starten einen weiteren Versuch und entdeckten dabei, dass der Münchner Hauptbahnhof eine extra eingerichtete Fahrpreisnacherhebungsstelle hat. Wenn uns dort keiner Weiterhelfen konnte, wer sonst?! Aber auch hier schallmeiten uns ähnliche Töne entgegen: “Wir sind hier nur von den Münchner Stadtbahnen ich kann da auch nix für sie machen”. Es half nur tief durchzuatmen und weiter zum große Reisezentrum im Erdgeschoss zu gehen. Hier ist man übrigens schon dazu übergegangen Nummer ziehen zu müssen, bevor man bedient wird. Aber alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Die zunächst auch etwas ahnungslos Mitarbeiterin meinte sie müsse schnell ihren Vorgesetzten fragen und verschwand für einen Moment. Bine und ich schauten uns fragen an, war ich etwa der erste, der wegen so etwas zu einem Bahnschalter kommt? Mit einer Kopie meines online Tickets kam die Mitarbeiterin zurück und meine es sei jetzt alles in Ordnung. Endlich schlug meine Stimmung wieder um. Auf dem Rückweg zur S-Bahn kamen wir nochmals bei unserem “hilfsbereiten” Service-Mitarbeiter vorbei der offensichtlich am Feierabend machen war und seinen Schalter bereits geschlossen hatte. Vielleicht war das der Grund für seine Abfuhr. Ich klopfte an der Scheibe und brüllte ihm zu “Ihr Kollegin im oberen Reisezentrum konnte es richten, vielen Dank noch mal!”. Von den Personen in der Warteschlange nebenan erntete ich verdutze Blicke aber Herr Service-Mann tat so als ob er mich nicht bemerkt hätte. Immerhin war der Abend nun gerettet und wir konnten entspannt zum Prinzregententheater fahren. Zum Auftakt der neuen Spielzeit von Ballett und Oper, hatte ich uns Karten für das Gastspiel der Forsythe Company besorgt.
Am Samstag ging es nach einem Überschaubaren Stadtbummel wie selbstverständlich noch auf die Wiesn. Am Sonntag meldete sich eine ehemalige Klassenkameradin von Bine bei ihr. Sie war gerade mit Freunden auf der Wiesen und hatte erfahren, dass ich zurzeit in München bin. Mit ihrer Vermutung, dass Bine auch über das Wochenende in München ist, lag sie genau richtig und so landeten wir erneut auf dem Oktoberfest.

Ich weis, meine Beiträge beziehen sich mittlerweile fast ausschließlich nur noch auf Wochenenden – aber unter der Woche geht die Motivation einfach gegen Null, sich nach der Arbeit gleich wieder an den Computer zu setzten um einen netten Text zu formulieren. Aber auch das Thema hatten wir bereits schon ;) …von daher zurück zum vergangen Wochenende.

Für Bine sollte es eine Art Kurzurlaub werden, schließlich hatte sie am Donnerstag den ersten Prüfungsteil ihres Fernstudium hinter sich gebracht. Den Freitag und Montag hatte sie frei genommen und so stand ein verlängertes Wochenende bevor. Ich musste zwar brav meiner Arbeit nachgehen aber nichts desto Trotz war es sehr angenehm sich mal wieder etwas länger zu sehen. Wochenenden können einfach so kurz sein :)

Ein Höhepunkt des Freitags darf ich euch allerdings keinen Falls vorenthalten, dazu muss ich allerdings etwas ausholen… Wir alle haben sie lieb gewonnen besonders wegen ihrer Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit und auch wegen ihres hoch qualifizierten und kompetenten Personals, die Rede ist natürlich von der deutsche Bahn, wer sonst?! ;) Um an eine Fahrkarte zu halbwegs moderaten Preisen zu gelangen, empfiehlt es sich dieses Wochen im Voraus zu buchen. Nebenbei bemerkt, ich bin noch nie, egal wie viele Wochen oder gar Monate im Voraus ich es versucht habe, in den Genuss eines 29,- Euro Sparangebots gekommen! Als aufgrund fehlender Alternativen zwangsverpflichteter Bahnfahrer, habe ich daher einmal mehr ein Ticket online geordert. Dieses Ticket wird per Kreditkarte bezahlt und kann dann selbst ausgedruckt werden. Zur Gültigkeit eines online Tickets, muss dieses noch auf einen bestimmten Namen ausgestellt sein. Zusätzlich muss ein Identifizierungsmerkmal angegeben werden, was wahlweise eine EC- oder Kreditkarte sein kann. Ich trage nur ungern meine Kreditkarte mit mir herum und habe darum meine EC-Karte angegeben. Insgesamt ein System mit dem ich bisher eigentlich keine schlechten Erfahrungen gemacht hatte. Allerdings kam der Tag an dem sich Bine, aus Ermangelung einer eigenen Kreditkarte ein Ticket über mein Nutzerkonto gekauft hatte. Um sich selbst bei einer Fahrkartenkontrolle mit einem gültigen online Ticket ausweisen zu können, musste sie natürlich das Identifizierungsmerkmal auf ihre EC-Karte ändern. Das Problem ist, dass diese Daten gespeichert werden und ich somit bei meinem nächste online Fahrkartenkauf eine Ticket erwarb, dass auf Bines EC-Karte ausgestellt war. Aufgefallen ist mir das natürlich erst bei der Fahrkartenkontrolle auf der Rückfahrt von Eislingen nach Ulm. Meine Erklärungsversuche, dass es sich bei der angegebenen EC-Karte um die meiner Freundin handelt, interessierten die Schaffnerin wenig. Ich erhielt darauf eine im Beamten-deutsch genannte “Fahrpreisnacherhebung”, also das was man bekommt, wenn man schwarz fährt. Ich könne innerhalb von zwei Wochen die Fahrkarte mit der EC-Karte meiner Freundin bei einem DB-Reisezentrum vorlegen, dann würde die Nacherhebung storniert, so die Schaffnerin. Ich versuchte ihr zu verstehen zu geben, dass dies nicht so einfach sei, da ich die nächste Zeit in München sein werde und meine Freundin eben in Eislingen. “Sie können sich ja die EC-Karte per Post von ihrer Freundin zuschicken lassen!”, empfahl mir die Schaffnerin. Klar, wer tut das EC-Karten in der Weltgeschichte verschicken… soviel zur Kompetenz der Bahn-Mitarbeiter. Ich frage sie ob es denn nicht einfacher wäre, wenn ich einfach mein Ticket meiner Freundin zusende und sie bei einem Bahnschalter vorbei geht. Achselzuckend entschied sie sich für ein nein, das geht nicht, ich müsste persönlich erscheinen. Diskutieren hilf in solchen Situation kaum weiter dachte ich mir und nahm mein “Strafticket” entgegen. Bei der Weiterfahrt von Ulm nach München wurde ich erneut kontrolliert. Dieses Mal hatten meine Erklärungsversuche glücklicherweise mehr Erfolg. Die Schaffnerin warf einen verwunderten Blick auf den Zettelkram, den ich zuvor erhalten hatte und gab ihn mir mit einem Kopfschütteln zurück. “Ist schon in Ordnung”, sagte sie und wandte sich ab. So sind eben die Unterschiede, dachte ich mir. Zwei Wochen sollten genau ausreichen bis Bine wieder nach München kam um gemeinsam zu einem Reisezentrum zu gehen und ihre EC-Karte vorzulegen.

Diesen Freitag war es dann soweit, die erste “Amtshandlungen” war der Gang zu einem Bahnschalter. Da wir auf dem Weg zur S-Bahn waren, entschieden wir uns für einen der Schalter im Untergeschoss. Wenn der eigenen Blutdruck sich durch die aussage einer anderen Person schlagartig ändert, dann gehörten die Sätze dieses “Service”-Mitarbeiters allemal dazu – “Das tut mir leid aber ich kann ihnen da leider nicht weiterhelfen. Das müssen sie alles nach Baden Baden an die Fahrpreisnacherhebungszentrale schicken”. Wieder einmal biss ich mit bloßen Erklärungen auf Granit. Auch Bines ungewohnt scharfes Einreden hatten keinen Zweck, dabei steht auf diesem Nacherhebungs-Wisch tatsächlich, dass man den Nachweiss eine gültige Fahrkarte zum Zeitpunkt einer Fahrkartenkontrolle besessen zu haben bei jedem DB-Reisezentrum erbringen kann. Wir starten einen weiteren Versuch und entdeckten dabei, dass der Münchner Hauptbahnhof eine extra eingerichtete Fahrpreisnacherhebungsstelle hat. Wenn uns dort keiner Weiterhelfen konnte, wer sonst?! Aber auch hier schallmeiten uns ähnliche Töne entgegen: “Wir sind hier nur von den Münchner Stadtbahnen ich kann da auch nix für sie machen”. Es half nur tief durchzuatmen und weiter zum große Reisezentrum im Erdgeschoss zu gehen. Hier ist man übrigens schon dazu übergegangen Nummer ziehen zu müssen, bevor man bedient wird. Aber alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Die zunächst auch etwas ahnungslos Mitarbeiterin meinte sie müsse schnell ihren Vorgesetzten fragen und verschwand für einen Moment. Bine und ich schauten uns fragen an, war ich etwa der erste, der wegen so etwas zu einem Bahnschalter kommt? Mit einer Kopie meines online Tickets kam die Mitarbeiterin zurück und meine es sei jetzt alles in Ordnung. Endlich schlug meine Stimmung wieder um. Auf dem Rückweg zur S-Bahn kamen wir nochmals bei unserem “hilfsbereiten” Service-Mitarbeiter vorbei der offensichtlich am Feierabend machen war und seinen Schalter bereits geschlossen hatte. Vielleicht war das der Grund für seine Abfuhr. Ich klopfte an der Scheibe und brüllte ihm zu “Ihr Kollegin im oberen Reisezentrum konnte es richten, vielen Dank noch mal!”. Von den Personen in der Warteschlange nebenan erntete ich verdutze Blicke aber Herr Service-Mann tat so als ob er mich nicht bemerkt hätte. Immerhin war der Abend nun gerettet und wir konnten entspannt zum Prinzregententheater fahren. Zum Auftakt der neuen Spielzeit von Ballett und Oper, hatte ich uns Karten für das Gastspiel der Forsythe Company besorgt.

Am Samstag machten wir einen überschaubaren Stadtbummel. Aus reinem Interesse schauten wir beim C&A vorbei, wo Bine sich nach einem Dirndl umsah. Danach gingen wir noch über den Viktualienmarkt. Wer bis dahin noch keinen Hunger hatte, wird ihn danach auf jeden Fall haben ;) Wie Selbstverständlich ging es am Abend noch auf  die Wiesn.

Am Sonntag meldete sich Marina, eine ehemalige Klassenkameradin von Bine bei ihr. Sie war gerade mit Freunden auf der Wiesen und hatte erfahren, dass Bine auch über das Wochenende in München ist. So landeten wir erneut auf dem Oktoberfest. Am späten Nachmittag fuhren wir noch in den Olympiapark. Durch die Gewissheit, dass Bine erst am Montag nachhause fahren musste, war der Abend um so entspannter.

Magischer Anziehungspunkt für meine Bi(e)ne... woran das wohl liegt?! ;)

Magischer Anziehungspunkt für meine Bi(e)ne... woran das wohl liegt?! ;)

Auch Wein kann man in München, nicht nur Bier ;)

Nicht nur Bier sondern auch Wein kann man in München kaufen aber von einem echten Münchner Wein hab ich trotzdem noch nie was gehört oder gesehen.

Probieren

Probieren kann manches auch

hang

zum reinbeissen

Der alljahres

Der alljahres "Maibaum", in Fachkreisen korrekterweise auch "Kirwa-Baum" genannt. Kirwa bedeutet im hochdeutschen übrigens Kirchweihe ;)

Ich könnte in dem Zeug baden :D

Ich könnte in dem Zeug baden :D

Feurig und dekorativ

Feurig und dekorativ...

Zümpftig, so muss sei' a Bier, Obazda un a Brezen'! Und die Maß gabs im Angebot für 4,80 ...ein Traum :)

Zümpftig, so muss sei' a Bier, Obazda un a Brezn'! Und die Maß gabs im Angebot für 4,80 ...ein Traum! :)

Wie süß :)

Entspanntes Wochenende... wie süß :P

Bine und ihre ehemalige Banknachbarin aus der Grundschule, Marina.

Bine und ihre ehemalige Banknachbarin aus der Grundschule, Marina.

hat eigentlich jemals jemand so ein Teil gegessen?!

Hat eigentlich jemals jemand so ein Teil gegessen?!

Ochsensemmel... man bekommt allerdings nicht, wie dieses Bild suggeriert, den ganzen Ochsen

Ochsensemmel... man bekommt allerdings nicht, wie dieses Bild suggeriert, den ganzen Ochsen :(

Danke noch für den leckeren Kuchen

Danke Bine, für den leckeren Kuchen