Dass ich in München zurzeit mein Praxissemester mache, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben aber sicherlich hat sich schon der ein oder andere gefragt, was es mit RTT auf sich hat und was ich dort den lieben langen Tag so mache.
Das Firmenmotto von RTT lautet “Challenging reality”, was so viel bedeutet wie die Realität in frage stellen bzw. sie herauszufordern. Die Buchstaben RTT stehen daher etwa nicht für die Anfangsbuchstaben der Firmengründer sondern für “Realtime Technology”, also “Echtzeit Technologie” zu deutsch. Wer noch nie zuvor etwas von Echtzeit Technologie gehört hat, ist jetzt wohl genau so schlau wie vorher. Klären wir also zunächst die Frage, was man unter Echtzeit Technologie versteht?
Salopp gesagt geht es um Technik, die ausreichend schnell für das menschlichen Wahrnehmungsvermögen arbeitet. In der Regel machen wir täglich Gebrauch von Echtzeit Technologie – CDs abspielen, Fernsehen schauen oder Telefonieren, wobei letztere besondere Anforderungen an die Echtzeitfähigkeit stellt. Damit ein Telefongespräch wie ein natürliches Gespräch empfunden wird ist es wichtig, dass die Übertragung der Sprache zwischen den Gesprächspartnern ohne starke Verzögerung erfolgt. Eine Übertragungsdauer von 125 Millisekunden, kann bereits als störend empfunden werden, jedoch gelten Laufzeiten von bis 400 Millisekunden als akzeptabel. Erst durch digitale Sprachübertragungsverfahren wurde es überhaupt möglich, dass wir heute Gespräche rund um den Globus auch unterwegs mit dem Mobiltelefon führen können. Trotz des hohen Übermittlungsaufwandes arbeiten diese Systeme schnell genug, um uns den Eindruck zu vermitteln nur wenige Meter von unserem Gesprächspartner entfernt zu sein.
Allerdings müssen gewisse Abstriche an der Übertragungsqualität gemacht werden. Technik echtzeitfähig zu machen bedeutet eben oftmals auch Kompromisse eingehen zu müssen aber nur so ist Interaktion zwischen Mensch und Maschine möglich. Stellt man sich vor, ein Telefon würde nicht in Echtzeit arbeiten, dann hätte die Kommunikation eher den Charakter von SMS schreiben nur in Form von Audiobotschaften. Anderseits wäre durch den fehlenden Echtzeit-Anspruch eine Übermittlung der Sprache in nahezu beliebiger Qualität denkbar. Telefonieren in Stereo oder gar Mehrkanalton ist doch auch eine interessante Vorstellung
RTT baut allerdings keine Telefone sondern beschäftigt sich mit dem was wir sehen. Das Stichwort heißt Computer Echtzeit-Visualisierung. Jeder von uns kennt die Spezialeffekte heutiger Kinofilme, die mit Hilfe von Computern erzeugt wurden. Sogar ganze Animationsfilme entstanden bereits komplett am Computer. Der erste vollständig Computergenerierte Film in Spielfilmlänge war die bekannte Pixar Produktion “Toystory” von 1995.
All diese von Computern erzeugten Filme und Sequenzen entstehen jedoch nie in einem Echtzeitverfahren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass selbst sehr leistungsfähige Computer mehre Stunden oder gar Tage mit der Berechnung eines einzigen Bildes beschäftig sind. Für den Betrachter einer solchen Szene ist die logische Folge, dass er mit den entstandenen Bildern vorlieb nehmen muss. Interaktionsmöglichkeiten, wie das Ändern des Blickwickels sind nicht möglich, denn dies würde die vollständige Neuberechnung des Bildes erfordern. Für Kinofilme ist dies sicherlich hinehrbar, anders sieht es hingegen bei virtuellen Welten aus, in den sich der Anwender frei bewegen können soll. Ein gutes Beispiel sind hier 3D Computerspiele aber auch CAD Systeme.
Die Darstellung eines 3D Modells dass in Echtzeit durch Benutzereingaben bewegt werden soll, beispielsweise eine Drehung anhand der Position des Mauszeigers, muss blitzschnell erfolgen. Lediglich 0,04 Sekunden sollten vergehen bis das nächste leicht veränderte Bild berechnet wurde. Bei dieser Berechnungsdauer entstehen rund 24 Einzelbilder pro Sekunde, dies entspricht der typischen Bildwiederholrate von Filmen. Für eine wirklich flüssigen Bewegungseindruck werden bei Computergrafiken allerdings noch mehr Bilder pro Sekunde benötigt. Grund dafür ist die fehlende Bewegungsunschärfe in den Einzelbilde aber ich möchte an dieser Stelle den Bogen mit technischen Details nicht überspannen.
Nach dem ich jetzt so viel über den Begriff Echtzeit referiert habe, sollte ich eigentlich zurück auf RTT kommen… aber dies werde ich auf einen späteren Beitrag verschieben. Jetzt bekommen die technisch weniger versierten erst einmal eine kleine Verdauungspause. Ich hoffe das ich mich weitestgehend allgemeinverständlich ausgedrückt habe
Dass ich in München zurzeit mein Praxissemester mache, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben aber sicherlich hat sich schon der ein oder andere gefragt, was es mit RTT auf sich hat und was ich dort den lieben langen Tag so mache.
Das Firmenmotto von RTT lautet “Challenging reality”, was so viel bedeutet wie die Realität in frage stellen bzw. sie herauszufordern. Die Buchstaben RTT stehen daher etwa nicht für die Anfangsbuchstaben der Firmengründer sondern für “Realtime Technology”, also “Echtzeit Technologie” zu deutsch. Wer noch nie zuvor etwas von Echtzeit Technologie gehört hat, ist jetzt wohl genau so schlau wie vorher. Klären wir also zunächst die Frage, was man unter Echtzeit Technologie versteht?
Salopp gesagt geht es um Technik, die ausreichend schnell für das menschlichen Wahrnehmungsvermögen arbeitet. In der Regel machen wir täglich Gebrauch von Echtzeit Technologie – CDs abspielen, Fernsehen schauen oder Telefonieren, wobei letztere besondere Anforderungen an die Echtzeitfähigkeit stellt. Damit ein Telefongespräch wie ein natürliches Gespräch empfunden wird ist es wichtig, dass die Übertragung der Sprache zwischen den Gesprächspartnern ohne starke Verzögerung erfolgt. Eine Übertragungsdauer von 125 Millisekunden, kann bereits als störend empfunden werden, jedoch gelten Laufzeiten von bis 400 Millisekunden als akzeptabel. Erst durch digitale Sprachübertragungsverfahren wurde es überhaupt möglich, dass wir heute Gespräche rund um den Globus auch unterwegs mit dem Mobiltelefon führen können. Trotz des hohen Übermittlungsaufwandes arbeiten diese Systeme schnell genug, um uns den Eindruck zu vermitteln nur wenige Meter von unserem Gesprächspartner entfernt zu sein. Allerdings müssen gewisse Abstriche an der Übertragungsqualität gemacht werden. Technik echtzeitfähig zu machen bedeutet eben oftmals auch Kompromisse eingehen zu müssen aber nur so ist Interaktion zwischen Mensch und Maschine möglich. Stellt man sich vor, ein Telefon würde nicht in Echtzeit arbeiten, dann hätte die Kommunikation eher den Charakter von SMS schreiben nur in Form von Audiobotschaften. Anderseits wäre durch den fehlenden Echtzeit-Anspruch eine Übermittlung der Sprache in nahezu beliebiger Qualität denkbar. Telefonieren in Stereo oder gar Mehrkanalton ist doch auch eine interessante Vorstellung
RTT baut allerdings keine Telefone sondern beschäftigt sich mit dem was wir sehen. Das Stichwort heißt Computer Echtzeit-Visualisierung. Jeder von uns kennt die Spezialeffekte heutiger Kinofilme, die mit Hilfe von Computern erzeugt wurden. Sogar ganze Animationsfilme entstanden bereits komplett am Computer. Der erste vollständig Computergenerierte Film in Spielfilmlänge war die bekannte Pixar Produktion “Toystory” von 1995.

(© Disney – Pixar)
- 14 Jahre nach Toy Story wäre die Echtzeit Darstellung auf einem vergleichbaren Niveau möglich, wenngleich auch nur unter Verwendung trickreicher Berechnungsverfahren.
All diese von Computern erzeugten Filme und Sequenzen entstehen jedoch nie in einem Echtzeitverfahren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass selbst sehr leistungsfähige Computer mehre Stunden oder gar Tage mit der Berechnung eines einzigen Bildes beschäftig sind. Für den Betrachter einer solchen Szene ist die logische Folge, dass er mit den entstandenen Bildern vorlieb nehmen muss. Interaktionsmöglichkeiten, wie das Ändern des Blickwickels sind nicht möglich, denn dies würde die vollständige Neuberechnung des Bildes erfordern. Für Kinofilme ist dies sicherlich hinehrbar, anders sieht es hingegen bei virtuellen Welten aus, in den sich der Anwender frei bewegen können soll. Ein gutes Beispiel sind hier 3D Computerspiele aber auch CAD Systeme.
Die Darstellung eines 3D Modells dass in Echtzeit durch Benutzereingaben bewegt werden soll, beispielsweise eine Drehung anhand der Position des Mauszeigers, muss blitzschnell erfolgen. Lediglich 0,04 Sekunden sollten vergehen bis das nächste leicht veränderte Bild berechnet wurde. Bei dieser Berechnungsdauer entstehen rund 24 Einzelbilder pro Sekunde, dies entspricht der typischen Bildwiederholrate von Filmen. Für eine wirklich flüssigen Bewegungseindruck werden bei Computergrafiken allerdings noch mehr Bilder pro Sekunde benötigt. Grund dafür ist die fehlende Bewegungsunschärfe in den Einzelbilde aber ich möchte an dieser Stelle den Bogen mit technischen Details nicht überspannen.
Nach dem ich jetzt so viel über den Begriff Echtzeit referiert habe, sollte ich eigentlich zurück auf RTT kommen… aber dies werde ich auf einen späteren Beitrag verschieben. Jetzt bekommen die technisch weniger versierten erst einmal eine kleine Verdauungspause. Ich hoffe das ich mich weitestgehend allgemeinverständlich ausgedrückt habe